Bücherliste auf dem Figuren Journal

Lineol Kleindioramen im Karton

 

In den letzen Monaten werden im Internet und insbesondere in online Auktionen immer wieder sogenannte "Playsets" bzw. Kleindioramen der Firma Lineol angeboten. Obwohl eigentlich auf den ersten Blick auch für einen "Jungsammler" die mangelhafte Qualität der angebotenen Gegenstände sichtbar sein müsste, erzielen diese doch erstaunliche Ergebnisse von teilweise weit über 1000,- Euro. Hierbei handelt es sich aber um sehr schlecht gemachte Neuanfertigungen, die darauf abzielen, aus der Unwissenheit von Sammlern und der Gier nach dem absoluten Unikat Gewinn zu schlagen. Der reale Wert dieser Playsets dürfte aufgrund der Qualität sicherlich 30 Euro nicht übersteigen.

Die Playsets werden in der Regel im Karton mit einem Deckelbild angeboten, dass den Eindruck eines original Lineol Artikels hervorrufen soll. Dabei weißt der Karton oftmals deutliche Gebrauchsspuren auf. Hier wird versucht durch die "Alterung" das Misstrauen der potentiellen Käufer auszuschalten. Nach den erzielten Verkaufspreisen bei online Auktionen scheint dies auch von Erfolg gekrönt zu sein.

Es kann daher jedem Sammler nur geraten werden, von Playsets dieser Art die Finger zu lassen. Wie in vielen anderen Sammelgebieten, ist das Studium von Fachliteratur und Originalquellen (Herstellerkataloge) unabdingbar, wenn man nicht auf solche dubiosen Angebote hereinfallen will. Die meisten Figuren und Fahrzeuge sind in den alten Herstellerkatalogen abgebildet oder zumindest erwähnt. Was dort nicht zu finden ist, sollte mit äußerster Vorsicht behandelt werden. Hervorragende Fachliteratur zu unserem Sammelgebiet wird auch auf der Bücherliste des Figuren Journals angeboten. Hier sollte man bedenken, dass der Kauf einer falschen Figur oftmals bereits teurer kommt, als der Kauf eines guten Fachbuches.


Lineol hat niemals eine Stuka hergestellt, wie dieser Karton glauben machen will.


Die grauenvolle Verarbeitung sollte eigentlich für jeden Sammler ein deutliches Zeichen sein, dass es sich hier nicht um ein Lineol Flugzeug handeln kann.

    
Datum: 21.02.2009
Autor: Norbert Schrepf
Fotos: Mitglieder des Figuren Journals


Ein Hafen-Playset verkauft für über 1000 Euro.


Allein die mangelnde Qualität der Figuren zeigt, dass es sich niemals um Lineol Figuren handeln kann.


Mit dem Deckelbild soll vorgetäuscht werden, dass es sich um einen Original Lineol Karton handelt.


Auch hier zeigt sich die mangelhafte Qualität der Figuren.

 

Leserkommentare

Mitglied , 22.02.2009: Hallo Herr Schrepf , Sie haben absolut recht - diese immer oefter auftauchenden Nachbauten -/ guesse mit Lineol Logos sind insbesondere in Onlineauktionshäuseren zu finden . Miserabel gemacht und haben nichts mit der eigentlichen Lineol Qualität zu tun . Diese Nachbauten kommen ursprünglich aus Ungarn bzw. neuerdings aus Polen . Wie kann man die Sammler warnen - der Wert ist defintiv unter 30 Euro ! Wobei man generell mal über die Flut an Replikas / Um-und Nachbauten die nicht als solche angegeben werden sprechen sollte ! Der Masse-Sammlermarkt verliert an Zuspruch und verärgerten Sammlern !

Mitglied , 24.02.2009: So ein Karton ist noch nie auf dem Figuren Journal aufgetaucht. Ich denke, dass liegt zum Teil auch daran, dass hier der Anbieter seinen Namen nennen muss und mit solchen Replikas und anderen minderwertigen Angeboten würde man sich sehr schnell in der Sammlergemeinde ins Abseits stellen.

Mitglied , 25.02.2009: Sehr geehrter Herr Schrepf. Das mit dem Abseits mag für derart offensichtliche Fälschungen durchaus stimmen, für etwas weniger weit hergeholte Duplikate, Kopien, Neuschöpfungen oder wie auch immer man das Heer der Fälschungen nennen möchte, trifft es jedoch nicht zu. Entsprechende Stücke landen recht regelmäßig auch auf den Verkaufsseiten des FJ, was nun kein Vorwurf sein soll, da auch "renommierte" Auktionshäuser keineswegs immun gegen die Fälscheritis sind. Die oben abgebildeteten Stücke sind übrigens bereits seit Jahren im "Umlauf" und selbst der belgische Hersteller Durso wird neuerdings phaniasievoll "neu interpretiert".

Mitglied , 27.02.2009: Ein kleiner Nachtrag: Lustigerweise sieht das Kriegsschiff im Hintergrund der Deckelbild-Illustration dem japanischen Schlachtschiff Nagato recht ähnlich.

Mitglied , 28.02.2009: Im Gegensatz zu Auktionshäusern beschreibt nicht das Figuren Journal die Angebote sondern ausschließlich der Verkäufer. Für diese Beschreibung (Katalog) und den Abschluss des Handels erhalten Auktionshäuser eine Provision. Manche der Auktionatoren bezeichnen sich selbst als Sachverständige. Da würde ich doch erwarten, dass wenn ein solcher Sachverständiger ein Angebot in der Hand hat, dieses mit ziemlicher Sicherheit als als Fälschung endtarnt wird, wenn dem so ist? Oder wozu dient der Titel Sachverständiger und wozu werden die Gebühren erhoben? Aber vielleicht sehe ich das ja in meiner kleinen Sammlerwelt falsch? Es könnte natürlich auch sein, dass Sie unrecht haben und in diesen Auktionshäusern in keinerlei Duplikate, Repliken oder gefummelte Angebote verkauft werden?

Mitglied , 01.03.2009: Sehr geehrter Herr Schrepf. Ach, wäre ich froh, wenn ich mich irren würde, denn einerseits ist irren menschlich, andererseits wäre es ein wirklich schönes Gefühl, risikolos einkaufen zu können. Aber...naja...Da ich auch einem professionellen Auktionator die Menschlichkeit nicht absprechen möchte, mag auch einem "Sachverständigen" das Recht zugestanden werden, bisweilen "im Irrtum" zu sein. Allerdings sind die inflationös auftretenden Prädikate "extrem selten" und "zum ersten Mal im Handel" mit Vorsicht zu geniessen, zumal eine mit kühlem und nicht mit von Sammelfieber erhitzten Kopf erfolgte Betrachtung der zu diesen Bewertungen passenden Bilder in Auktionskatalogen oft genug vermuten lässt, dass es sich bei der vermeintlichen Rarität um eine echte Fälschung handelt. Allerdings: errare humanum est. Ob uns das allerdings beruhigen sollte? Hmmm....Viele Grüsse

Mitglied , 01.03.2009: ... bisher waren ja auch viele dieser Teile extrem selten und woher soll denn ein Sachverständiger auch wissen wie ein Original aussieht, wenn er es noch nie gesehen hat, weil es eben so selten ist? Es ist doch nicht seine Schuld, wenn ihm jetzt urplötzlich lauter extreem seltene Teile eingeliefert werden. Viele Sammler haben schon die meisten Teile und da freuen sie sich eben, wenn etwas neues auf den Markt kommt. Ist nur irgendwie dumm, dass Lineol in Brandenburg und Hausser in Neustadt nicht mehr produzieren - oder irre ich mich da?

Mitglied , 01.03.2009: Man könnte meinen, in letzter Zeit sei die Produktion wieder angelaufen...wobei Lineol offenbar eine grössere Kreativität an den Tag legt. Ich wüsste zu gerne, ob es auch einen Laden für den Werksverkauf gibt...

Mitglied , 02.03.2009: Ich vermute schon .. nur ich kenne ihn nicht.

Mitglied , 22.04.2009: Allein die Schreibweise ,, STUrzKAmpfflugzeug " auf dem Karton sollte jeden Sammler eher an made in China als an LINEOL denken lassen...

Mitglied , 07.05.2009: Thanks for this article.

Mitglied , 25.10.2009: Thanks for the heads-up. Robert

Mitglied , 18.02.2010: 18 february '10 thank you for letting us know about this rip-off!--Tom

Mitglied , 27.05.2010: Na jezt bin ich aber Sprachlos....Lese hier gerade den Aufsatz von Herrn Schrepf und sehe mir die Bilder an...da erinnere ich mich das mir mal vor vielen Jahren auch so eine Stuka angeboten wurde. Derselbe Karton und noch einer mit Nachrichtentrupp.Habe die alten Bilder die ich damals gemacht habe hier . Werde die Bilder im Forum hochladen.

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